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03.02.26

Grafik diffusionsoffen

Was bedeutet „diffusionsoffen“?

Was bedeutet „diffusionsoffen“? – Warum dieser Begriff für gesunde Wände entscheidend ist

Einfache Erklärung für Bauherren & Sanierer

Der Begriff „diffusionsoffen“ taucht besonders häufig bei Kalkputzen, Lehm, Klimaplatten oder ökologischen Baustoffen auf. Doch was bedeutet er eigentlich – und warum ist er so wichtig, wenn Wände feucht sind oder Schimmel ein Thema ist?

Kurz gesagt:

Diffusionsoffene Baustoffe lassen Wasserdampf durch – flüssiges Wasser aber nicht.


Was heißt Diffusion überhaupt?

Diffusion beschreibt einen physikalischen Ausgleichsprozess:
Wasserdampf wandert immer von Bereichen mit hoher Feuchte zu Bereichen mit geringer Feuchte.

👉 In Gebäuden bedeutet das:

  • innen warme, feuchte Luft

  • außen meist kühlere, trockenere Bedingungen

Eine diffusionsoffene Wand erlaubt diesen Ausgleich – langsam, kontrolliert und schadensfrei.


Diffusionsoffen heißt NICHT „luftdurchlässig“

Ein häufiger Irrtum:

„Diffusionsoffene Wände lassen Luft durch.“

Falsch.

  • Luftbewegung = Konvektion

  • Dampfdiffusion = molekularer Transport von Wasserdampf

Eine Wand kann luftdicht und trotzdem diffusionsoffen sein – genau das ist bauphysikalisch erwünscht.


Warum ist Diffusionsoffenheit so wichtig?

Feuchtigkeit entsteht in jedem Gebäude:

  • durch Kochen, Duschen, Atmen

  • durch Restfeuchte im Mauerwerk

  • durch aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchte

Das Problem:

Wird diese Feuchtigkeit eingesperrt, entstehen:

  • Schimmel

  • Salzausblühungen

  • Putzabplatzungen

  • dauerhaft feuchte Wände

Die Lösung:

Baustoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen, puffern und wieder abgeben können.


Diffusionsoffene vs. dichte Baustoffe

DiffusionsoffenDiffusionsdicht
Kalkputz / -farbeZementputz
LehmDispersionsfarbe
KalziumsilikatplattenKunstharzbeschichtungen
SumpfkalkfarbeLatexfarbe

Dichte Materialien verschließen die Wand.

Diffusionsoffene Materialien arbeiten mit ihr.


Besonders wichtig im Altbau

Viele Altbauten wurden ohne Horizontalsperren gebaut.
Die Wände sind darauf ausgelegt, Feuchtigkeit nach innen und außen abzugeben.

Wer hier mit dichten Putzen oder Farben arbeitet, verschiebt das Problem – löst es aber nicht.

➡️ Deshalb setzen Fachbetriebe bei der Mauerentfeuchtung auf:


Praxisbeispiel: Warum neue Farbe Schimmel verursachen kann

Eine Wand wird neu gestrichen – mit einer modernen, dichten Farbe.
Optisch perfekt, technisch problematisch:

  1. Feuchtigkeit bleibt im Mauerwerk

  2. Oberfläche kühlt aus

  3. Tauwasser entsteht

  4. Schimmel wächst – trotz regelmäßigem Lüften

Der Fehler liegt nicht beim Nutzer, sondern beim Material.


Fazit: Diffusionsoffen ist kein Trend – sondern Bauphysik

Diffusionsoffene Baustoffe:

  • schützen das Mauerwerk

  • verbessern das Raumklima

  • beugen Schimmel vor

  • sind ideal für Altbau & Sanierung

Wer langfristig gesunde Wände möchte, sollte nicht abdichten, sondern regulieren lassen.


FAQ – kurz & klar

Was bedeutet diffusionsoffen einfach erklärt?
Baustoffe lassen Wasserdampf durch und verhindern Feuchtestau.

Sind diffusionsoffene Wände schlechter gedämmt?
Nein. Klimaplatten verbinden Dämmung und Feuchteregulierung.

Ist diffusionsoffen immer besser?
Bei Altbau, Feuchte und Sanierung: fast immer ja.

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