Warum Wände „atmen“ müssen – und was wirklich dahintersteckt
Ein weitverbreiteter Begriff – oft missverstanden
„Unsere Wände müssen atmen.“
Diesen Satz hört man häufig – besonders bei feuchten Wänden oder Schimmelproblemen. Bauphysikalisch ist er nicht ganz korrekt, inhaltlich aber absolut richtig.
Denn Wände brauchen keinen Sauerstoff – sie müssen Feuchtigkeit regulieren können.
Atmen Wände wirklich?
❌ Nein – Wände atmen nicht.
✔️ Aber sie regulieren Wasserdampf.
Was umgangssprachlich als „Atmen“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein Zusammenspiel aus:
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Dampfdiffusion
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Kapillarer Feuchtespeicherung
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langsamer Rücktrocknung über die Oberfläche
Genau das leisten diffusionsoffene und kapillaraktive Baustoffe.
Warum entsteht Feuchtigkeit überhaupt?
Feuchtigkeit gehört zum Alltag eines Gebäudes:
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Kochen, Duschen, Atmen
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Möbel an Außenwänden
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kalte Wandoberflächen
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Restfeuchte im Mauerwerk
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aufsteigende oder seitliche Feuchte im Altbau
👉 Das Problem ist nicht die Feuchtigkeit selbst, sondern was mit ihr passiert.
Das eigentliche Risiko: eingeschlossene Feuchtigkeit
Moderne, dichte Materialien verhindern den natürlichen Feuchteausgleich:
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Dispersionsfarben
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Latexfarben
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Zementputze
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kunstharzgebundene Beschichtungen
Die Folge:
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Feuchtigkeit staut sich im Mauerwerk
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Wandoberflächen kühlen aus
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Tauwasser entsteht
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Schimmel findet ideale Bedingungen
➡️ Oft trotz regelmäßigem Lüften.
„Atmende“ Wände = feuchteregulierende Wände
Eine gut funktionierende Wand kann:
✔️ Wasserdampf aufnehmen
✔️ Feuchte zwischenpuffern
✔️ sie zeitverzögert wieder abgeben
Typische Materialien dafür sind:
Diese Baustoffe arbeiten mit der Feuchte – nicht gegen sie.
Praxisbeispiel aus dem Altbau
Ein Raum riecht muffig, die Außenwand ist kühl.
Nach einem Neuanstrich mit dichter Farbe verschwindet der Fleck – vorübergehend.
Ein paar Monate später:
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Schimmel hinter Möbeln
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abplatzender Putz
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weiße Salzausblühungen
➡️ Die Wand konnte nicht mehr „arbeiten“.
Warum Lüften allein oft nicht reicht
Lüften senkt die Raumluftfeuchte,
nicht aber die Feuchte im Mauerwerk.
Ist die Wand:
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dauerhaft kühl
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feucht
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diffusionsdicht beschichtet
entsteht Schimmel unabhängig vom Nutzerverhalten.
Fazit: Wände müssen nicht atmen – sie müssen regulieren
Der entscheidende Punkt ist nicht Luftaustausch, sondern Feuchtemanagement.
Diffusionsoffene, kapillaraktive Baustoffe:
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verbessern das Raumklima
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reduzieren Schimmelrisiken
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schützen die Bausubstanz
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sind ideal für Altbau & Sanierung
FAQ – kompakt beantwortet
Was bedeutet „Wände atmen lassen“ wirklich?
Gemeint ist die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.
Sind atmende Wände gleich gut gedämmt?
Ja – z. B. Klimaplatten kombinieren Dämmung und Feuchteregulierung.
Warum reicht Lüften manchmal nicht aus?
Weil das Mauerwerk selbst feucht ist und nicht trocknen kann.
Call to Action
👉 Feuchte Wand oder Schimmel trotz Lüften?
Dann liegt die Ursache oft im Material – nicht im Verhalten.
Diffusionsoffene Kalksysteme, Lehmbaustoffe und Klimaplatten helfen, Wände wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
➡️ Jetzt informieren & dauerhaft gesünder wohnen.